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Lage von Eutin und Süsel in Deutschland
21.11.2018

Die meisten Gewalttaten werden nicht in der Öffentlichkeit, sondern zuhause in der Familie verübt - fast immer sind die Opfer Frauen und Kinder.
Zum 15. Mal macht die gemeinsame Aktion des Ministeriums für Justiz, Europa, Verbraucher-schutz und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein, des Landesinnungsverbandes des Bä-ckerhandwerks Schleswig-Holstein und der Gleichstellungsbeauftragten und lokalen Bündnisse gegen häusliche Gewalt auf diese Situation aufmerksam. Knapp 320.000 Brötchentüten mit dem Aufdruck „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ werden landes-weit in der Aktionswoche in der Woche vor dem 25. November, dem internationalen Tag Nein zu Gewalt an Frauen, von rund 50 Bäckereien verteilt.
Schirmfrau und Gleichstellungsministerin Sabine Sütterlin-Waack erklärte zum Auftakt der Aktion:
„Ich freue mich sehr darüber, dass ich auch in diesem Jahr diese wichtige Aktion eröffnen darf. Über 3000 Fälle von häuslicher Gewalt und über 500 Fälle von häuslicher Gewalt mit Wegweisung allein in 2017 sind uns Warnzeichen und Auftrag zugleich. Bereits zum 15. Mal macht „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ auf Gewalt in Partnerschaften aufmerksam. Diese Aktion fordert in unauf-dringlicher Weise das soziale Umfeld auf, Gewalt nicht zu ignorieren, sondern Betroffenen den Weg zu den Hilfen zu erleichtern. Das Verhalten und die Unterstützung des sozialen Umfeldes sind entscheidend dafür, ob eine Frau es schafft, sich aus einer Gewaltsituation zu lösen. Es gilt für uns alle, hinzuschauen und wo nötig zu helfen. Mein großer Dank gilt deshalb auch den Gleich-stellungsbeauftragten, den Bäckereien und den lokalen Bündnissen gegen häusliche Gewalt im ganzen Land. Sie tragen mit ihrem großen Engagement dazu bei, dass diese Aktionswochen, spe-ziell die Brötchentütenaktion, das Thema Partnerschaftsgewalt immer wieder ins öffentliche Be-wusstsein rufen.“
Die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Rellingen (landesweite Koordinatorin der Aktion) Dorathea Beckmann, stellt die Besonderheit der Aktion in den Vordergrund: mit einem starken
DER LANDESINNUNGSVERBAND DES BÄCKERHANDWERKS SCHLESWIG-HOLSTEIN
DIE GLEICHSTELLUNGSBEAUFTRAGTEN,
DIE LOKALEN BÜNDNISSE „GEWALT GEGEN FRAUEN“, DAS KOOPERATIONS- UND
INTERVENTIONSKONZEPT BEI
HÄUSLICHER GEWALT
DES LANDES SCHLESWIG-HOLSTEIN
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Partner der Zivilgesellschaft – dem Landesinnungsverband – ist es uns gelungen, das Thema weiten
Kreise der Bevölkerung nahe zu bringen.
Den beteiligten Bäckereien im Land gilt unser Dank. Ihr Engagement ist dabei nach wie vor Ansporn
und Motivation für die vielen lokalen Bündnisse, die sich in den Kommunen und Kreisen in
SH in den vergangenen Jahren auch durch die Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ entwickelt
haben. Die ganze Aktion ist mittlerweile unverzichtbar, um auf die Situation von Frauen, die häusliche
Gewalt erlitten haben, aufmerksam zu machen und die vielfältigen Beratungsangebote der Öffentlichkeit
bekannt zu machen. Die vielfältigen, unterschiedlichen Veranstaltungen, die die Aktion
begleiten, erreichen zusätzlich zu den verteilten Brötchentüten einen großen Personenkreis.
Landesinnungsmeisterin des Bäckerhandwerks Maren Andresen: „Häusliche Gewalt gegen Frauen
ist kein Tabuthema mehr. Seit Inkrafttreten des Gewaltschutzgesetzes 2002 ist sie als Straftat definiert
und wird von der Polizei und den Gerichten als solche verfolgt. Dennoch sind die eigenen
vier Wände für viele kein Ort der Geborgenheit und Sicherheit, sondern der Ort, an dem sie Demütigung
und lebensgefährliche Bedrohung erleben. Hiervor können wir nicht die Augen verschließen,
sondern müssen immer wieder aufmerksam machen und Hilfestellung für Betroffene leisten.
320.000 Mal sagen wir NEIN zur Gewalt und wünschen uns, dass wir auch in diesem Jahr wieder
Betroffenen den ersten wichtigen Schritt zur Selbsthilfe erleichtern können.
Im Jahr 2017 gab es in Schleswig-Holstein 3.032 polizeiliche Einsätze bei häuslicher Gewalt, bei
denen 540 Täter der gemeinsamen Wohnung verwiesen wurden. Insgesamt wurden im Jahr 2017
nach Angaben der Frauenhäuser 1.567 Frauen und 1.782 Kinder in schleswig-holsteinischen
Frauenhäusern aufgenommen. In Schleswig-Holstein können 23 vom Land geförderte Frauenberatungsstellen
von Frauen kontaktiert werden, die Hilfe, gerade auch in Bezug auf häusliche und sexualisierte
Gewalt benötigen. Die Hilfeangebote bei häuslicher Gewalt und weitere Informationen
zum Thema sind auch in der Broschüre „Nur Mut- Handlungsmöglichkeiten in Gewaltbeziehungen“
zusammengestellt. Die Broschüre steht im Internet unter www.schleswig-holstein.de zum Herunterladen
bereit. Die Broschüre steht dort in deutscher, türkischer, russischer, englischer, französischer
und arabischer Sprache zur Verfügung.Schaut hin! Gewalt kommt nicht in die Tüte!

Kontakt

Frau K. Stein-Schmidt

Telefon: +49 4521 793 161
E-Mail: k.stein-schmidt@eutin.de

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