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Bluesfest in Eutin
Lage von Eutin und Süsel in Deutschland

Der 8. März ist der Internationale Frauentag, an dem an den Kampf um das Frauenwahlrecht und Gleichberechtigung gedacht wird. Daß die Gleichberechtigung von Frauen und Männern immer noch nicht erreicht wurde und Frauen in einigen Ländern kaum Rechte haben, soll am 08. März am aktuellen Beispiel des Iran thematisiert werden. 

Die Anwältin und Menschenrechtsaktivistin Behjat Moaali, selbst Iranerin, berichtet über die Situation der Frauen im Iran – ein brandaktuelles Thema, gerade in diesen Tagen angesichts der Staatsfeiern zum 31. Jahrestag der islamischen Revolution, der Urananreicherung und der Niederschlagung regimekritischer Demonstrationen, wie wir täglich der Presse entnehmen müssen.

Es sind besonders die Frauen, die an vorderster Front bei den Demonstrationen im Iran mit marschieren. Sie werden inhaftiert, gequält und gefoltert, teilweise mehr als ihre männlichen Mithäftlinge, doch ihr Kampfgeist konnte bis jetzt glücklicherweise nicht gebrochen werden – das kommt im Titel des Vortrags treffend zum Ausdruck.

Behjat Moaali studierte Rechtswissenschaften und war danach Anwältin im Iran.

Sie setzte sich dort vor allen Dingen für die Rechte der Frauen ein und verteidigte inhaftierte Frauen generell kostenlos. Sie war in Teheran 12 Jahre lang Anwältin, bis für sie die Arbeit zu gefährlich wurde, da sie unter anderem regimekritische Freunde versteckte und die demokratische Frauenbewegung unterstützte. Moaali musste sie schließlich ins Exil, kam nach Deutschland und war 1997 Mitgründerin des Vereins „Refugio“, das Kieler Zentrum für die Behandlung, Beratung und Psychotherapie von Folter-, Flucht- und Gewaltopfern.

Bei Refugio koordiniert sie ein Netzwerk aus PsychaterInnen, ÄrztInnen, TherapeutInnen und DolmetscherInnen. Besonderes Augenmerk gilt bei Refugio Kindern, Jugendlichen und Frauen. Behjat Moaali hat sich sehr dafür eingesetzt, dass es seit Mai 2008 das durch „Aktion Mensch“ geförderte Kinderprojekt bei Refugio gibt, das traumatisierte Flüchtlingskinder und –jugendliche unterstützt. Außerdem hat sie ein Refugio-Projekt für Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt ins Leben gerufen. 

Der Vortrag findet statt am Internationalen Frauentag, Montag, den 08. März, von 18-20 Uhr im Saal des Bauamtes der Stadt Eutin, Lübecker Straße 17. Der Eintritt ist frei, eine Spende zugunsten des Vereins Refugio wird gern entgegengenommen. 

Die Amnesty Gruppe Eutin/Plön legt einen Brief aus und bittet um eine Unterschrift.

Es handelt sich um eine 46-jährige gewaltlose politische Gefangene: die Dolmetscherin, Umweltschützerin und Journalistin M a h f a r i d  M a n s o u r i a n, sie  wurde am 8. Februar in ihrem Zuhause in Teheran festgenommen. Seitdem befindet sie sich im EVIN – Gefängnis. Bisher wurde sie nicht unter Anklage gestellt. 

Ergänzend zu dem Vortrag zeigen die Veranstalterinnen den halbdokumentarischen Film „Green Days“, den die 21-jährige Regisseurin Hana Makhmalbaf vor, während und nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen 2009 im Iran aufgenommen hat. Sie musste, ebenso wie ihr Vater, ein bekannter Regisseur, den Iran verlassen und lebt im Pariser Exil.

 Zum Film: 

Iran, Juni 2009: die junge Theaterregisseurin Ava leidet an einer Depression. In ihrer Therapie wird ihr klar, dass die aktuelle politische Situation im Iran die Ursache ist.  Ihr Psychologe rät ihr, körperlich zu arbeiten und sich ihre Depression in einem Theaterstück von der Seele zu schreiben. Avas Stück wird jedoch von den Behörden verboten – zu realitätsnah und zu regimekritisch! Denn es ist die Zeit der Wahlen. Eine neue Welle der Hoffnung bringt die Menschen massenhaft auf die Strasse. Ava begibt sich unter die Menschenmengen und erfährt von der großen Sehnsucht, durch die Wahl eines neuen Präsidenten etwas verändern zu können. Ava schöpft Hoffnung....

Hana Makhmalbaf schuf mit der Mischung aus Amateuraufzeichnungen und ihren heimlichen Filmaufnahmen in den Straßen Teherans  ein spannendes Dokument dieses historischen Moments, das Euphorie, Freude, Wut und Trauer der iranischen Bevölkerung festhält.

Sie musste aus Teheran fliehen und den Film an einem geheimen Ort zu Ende schneiden. Ausgezeichnet mit dem Bravery Prize in Venedig 2009.  

Die Filmvorführung findet statt am Sonntag, 14. März, um 11 Uhr im Cinema Kino Center Eutin, Königstr. 1, Eintritt 4,50,- 

Veranstalterinnen sind
Amnesty International,
terre des femmes,
das Frauenhaus Ostholstein e.V.,
der Notruf Ostholstein e.V.
und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Eutin.
Informationen unter Tel. 04521/ 793-104.

Text: Gudrun Dietrich

Plakat 08. März Frauentag [PDF: 35 KB]