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Bluesfest in Eutin
Lage von Eutin und Süsel in Deutschland

                       Johann Heinrich Voß

(1751-1826)

Voß wurde 1782 durch Vermittlung des Grafen Stolberg als Rektor an die Eutiner Gelehrtenschule berufen. Die Familie kam zunächst eine Woche in der Hofapotheke in der Königstraße 13 unter, als erste provisorische Unterkunft diente dann ein kleines Haus in der Wasserstraße 1.
 
Dieses existiert heute nicht mehr, eine Gedenktafel am Haus Nummer 4 erinnert an den damaligen Bewohner, der sich dort im Übrigen nicht sehr wohl fühlte. Die Wasserstraße war nämlich die einzige Möglichkeit für die Bauern, ihr Vieh zur Tränke an den See zu treiben, so dass Schmutz und Gestank die Lebensqualität erheblich beeinträchtigten.
 
Gleich nebenan an der Ecke Schloss- und Wasserstraße stand das alte Schulhaus von 1703, in dem Voß unterrichtete. 1813 war es jedoch so baufällig, dass es abgerissen werden musste.
 
Im Februar 1783 zog die Familie ins damalige provisorische Rathaus. Dieses stand dort, wo sich heute am Markt das Witwenpalais befindet. Doch die Wohnung empfand Voß als zu groß und zu laut aufgrund der Ratsversammlungen, der Arrestzellen und der Gespräche unter den Nachtwächtern.

Endlich -  im April 1784 -  bezog die Familie das ehemals von Graf Stolberg bewohnte Haus am Vossplatz 6, ein zweigeschossiges Fachwerkgiebelhaus, im Kern von 1672. Dieses diente Voß von 1784 bis 1802 als Dienstwohnung, seit 1855 beherbergt es ein Hotel und Restaurant. Dieses Hotel wurde in der Nacht vom 29./ 30.1.2006 leider vollständig ein Raub der Flammen.

 

           

            
Zwischen 1784 und 1802 erlebte Voß seine Hauptschaffenszeit:

1793 erschien eine Neubearbeitung der Übersetzung von Homers Epen Ilias und Odyssee in vier Bänden. Sogar Goethe schätzte Voß, der großen Einfluss auf literarische Klassik und Bildungsbürgertum ausübte, als Kenner antiker Metrik und deren Übertragung ins Deutsche. Voß schrieb darüber hinaus Oden, Lieder und Idyllen, darunter die „Luise“, anhand derer noch heute einige der Landschaftsteile in Eutin, Bad Malente und zwischen beiden Orten am Kellersee wieder zu finden sind, wie z.B. der „Luisenborn“ im Prinzenholz. Außerdem gab Voß von 1775 bis 1799 den Musenalmanach heraus. Während seiner Eutiner Zeit erhielt er Besuch von vielen berühmten Zeitgenossen, wie z.B. den Dichtern Klopstock und Claudius. Aus dieser Zeit stammt die Bezeichnung Eutins als „Weimar des Nordens“.

Vor der Weber-Schule in der Plöner Straße 15 steht eine Bronzebüste auf einem Granitobelisk mit einem Eichenkranz und der Inschrift: „Johann Heinrich Voß. Er lehrte und dichtete in Eutin.“ Der Standort des 1883 enthüllten Denkmals ist heute missverständlich, denn die Johann-Heinrich-Voß-Schule, benannt 1937, befindet sich in der Bismarckstraße 14. Das Gebäude, in dem heute die Carl-Maria-von-Weber-Schule untergebracht ist, beherbergte eine Zeit lang die Gelehrtenschule, an der Voß unterrichtet hatte.

Im Haus des Grafen Stolberg in der Stolbergstraße 8-10 ging Voß lange Zeit ein und aus, bis die Freundschaft später an unterschiedlichen religiösen Auffassungen zerbrach. Hin und wieder war Voß - zusammen mit anderen wichtigen Persönlichkeiten der Stadt - an die fürstbischöfliche Tafel ins Schloss geladen, von Zeit zu Zeit soll er auch mit dem Herzog durch den Schlossgarten geschlendert sein. Im Ostholstein-Museum sind Erstdrucke, Portraits und weitere Materialien zu Voß ausgestellt. An der Diekseepromenade in Bad Malente liegt ein Findling mit einem Zitat aus der „Luise“.

 

 

 

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