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Bluesfest in Eutin
Lage von Eutin und Süsel in Deutschland

Kapelle im Rathaus

Die katholische Kirchenchronik berichtet, dass nach der Reformation Mitte des 16. Jahrhunderts eine der ersten Familien katholischen Glaubens, die in Eutin ansässig wurde, die des Kaufmannes J. Terheyden war. Terheyden stammte vermutlich aus den Niederlanden. Er war Tuchhändler und erwarb um 1790 das Haus, in dem sich heute unser Rathaus befindet.

Der Inhaber der Firma Terheyden & Co. ist sicherlich ein wohlhabender, zugleich aber auch ein frommer Mann gewesen, denn er richtete alsbald in seinem Hause eine kleine Kapelle ein und begründete damit neues religiöses Leben in der katholischen Gemeinde Eutins. Als seine Firma 1834/35 direkt neben dem ersten Gebäude ein größeres Geschäftshaus baute, ließ er in diesem Gebäude auch sogleich eine größere Kapelle einbauen.

Ab Ende des 18. Jahrhunderts feierten Geistliche aus Lübeck in diesen Kapellen sporadisch das Messopfer. Sie kamen regelmäßig in der Karwoche nach Eutin und spendeten den wenigen hier anwesenden katholischen Gläubigen die Ostersakramente.

Um das Jahr 1868 bekam die katholische Gemeinde ihren ersten Seelsorger und die Gottesdienste wurden in einem anderen Gebäude im Stadtgebiet abgehalten.

Etwa Mitte der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde der Teil des Gebäudes  in dem sich die Kapelle befindet als Erweiterung des Rathauses durch die Stadt Eutin erworben. Die Kapelle wurde zum Büroraum umfunktioniert. Durch eine eingezogene Zwischendecke verbarg man das vorhandene Gewölbe. Seit der Restaurierung im Jahre 1987 wird die Kapelle durch das Standesamt Eutin als Trauzimmer und neuerlich auch für die Begründung gleichgeschlechtlichter Lebensgemeinschaften genutzt. In diesem besonderen Ambienten wird dieser besondere Tag zur bleibenden Erinnerung.