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Knäpper-Gewand
„Gerd Knäpper – Keramikobjekte“

7. September bis 12. Oktober 2008

In Zusammenarbeit mit der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Schleswig-Holstein e.V. zeigt das Ostholstein-Museum in Eutin vom 7. September bis zum 12. Oktober 2008 eine Ausstellung mit Keramiken des in Japan lebenden deutschen Künstlers Gerd Knäpper. Schon im Jahre 1999 hatte das Ostholstein-Museum eine erste Ausstellung mit Gerd Knäppers Arbeiten präsentiert, dessen Kunstwerke weltweit ausgestellt werden.

1943 in Wuppertal geboren, fand Gerd Knäpper nach langen

Knäpper-Amonite
Wanderjahren durch Europa und den USA schließlich Ende der 1960er Jahre in Japan, wohin er durch Vermittlung der bekannten Keramiker Horst Kerstan (Deutschland) und Bernhard Leach (England) gekommen war, seine neue Heimat. Nachdem er bei japanischen Töpfermeistern gearbeitet hatte, ließ er sich in dem berühmten Töpferort Mashiko nieder und gründete eine eigene Werkstatt – eine Werkstatt eines Europäers in einem japanischen Töpferzentrum, das war ein Novum in der japanischen Geschichte!

Seinen Durchbruch als Keramiker in Japan hatte Gerd Knäpper 1971, als er in einem Wettbewerb traditioneller japanischer Keramik, zu dem die Stücke anonym eingereicht wurden, den 1. Preis unter etwa 500 eingereichten Arbeiten gewann – eine Sensation. Ein Jurymitglied äußerte damals: „Dass diese Arbeit von einem unbekannten ausländischen Künstler stammte, war eine gewaltige Sensation und zugleich ein Beweis für die Fairness des Auswahlverfahrens. Wir hoffen, dass dies für die einheimischen Künstler ein Ansporn sein wird.“ Und weiter wurde geurteilt: „Wenn wir diese Ausstellung als einen Wettkampf betrachten, bezeugt sie gleichermaßen die Niederlage japanischer Keramiker wie den Sieg der japanischen Keramik.“ Nach dem Gewinn des Keramikwettbewerb begann der künstlerische Erfolg Gerd Knäppers in Japan und international.

Knäpper-Vase 2003
Gerd Knäpper nahm Anregungen aus der frühgeschichtlichen Jomon-Keramik und der traditionellen japanischen Keramik auf und machte durch geometrischen Umformung und Vereinfachung sein „Markenzeichen“, indem er Parallelstrichmuster halbkreisförmig übereinander setzt oder spiralförmig in das Gefäß einkerbt, wobei die Keramiken überwiegend mit natürlicher Ascheglasur versehen sind. Neben den hohen Gefäßen und Vasen stehen die großen runden Schalen von bis zu 60 cm Durchmesser. Auch hier kerbt er die Muster in die Oberfläche ein, wobei übereinander gelagerte Wellenformen oder aus der Mitte heraus laufende fächerartige Motive charakteristisch sind. Ein weiteres Arbeitsgebiet sind die bei der Teezeremonie verwendeten Gefäße.

Gerd Knäpper hat sich in mehrfacher Weise eine Handschrift gegeben, die seine Werke unverwechselbar macht. Er hat als bildender Künstler in Japan hohes Ansehen; 1986 wurde ihm die Auszeichnung des japanischen Premierministers anlässlich der 25. „Japan – zeitgenössischen Kunst – Kunsthandwerk – Ausstellung“ verliehen.

Gerd Knäpper sagt zu seiner Kunst: „Meine Arbeit soll dazu dienen, in

Knäpper-Mizusashi
der Keramikkunst eine Brücke der Verständigung zwischen Ost und West zu bilden und Freunden der japanischen Kunst meine Interpretation der japanischen Keramikkunst vorzustellen, – wobei ich mich weder als japanischen noch ausschließlich als deutschen Keramiker sehe.“

Die Ausstellung im Ostholstein-Museum wird einen Querschnitt durch Gerd Knäppers Schaffen zeigen. Neben den großformatigen Gefäßen und Schalen werden Teezeremonie-Gefäße und kleine Einzelstücke gezeigt. Die Exponate werden eigens zu der Ausstellung von Japan nach Eutin geschickt, da die Eutiner Ausstellung in diesem Jahr die einzige Ausstellung Gerd Knäppers in Europa ist.

Die Ausstellungseröffnung findet am Sonntag, dem 7. September 2008 um 11.30 Uhr statt. Nach der Begrüßung durch Landrat Reinhard Sager werden der 2. Vorsitzende der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Schleswig-Holstein und der Generalkonsul von Japan, Herr Seisuke Narumiya aus Hamburg, Grußworte sprechen, bevor dann Prof. Dr. Heinz Spielmann aus Hamburg eine Einführung in Gerd Knäppers Werk gibt.

Gerd Knäpper selbst wird unter dem Titel „Mein Weg“ über seinen Lebensweg von Wuppertal über Schweden, die USA, Alaska, Großbritannien nach Japan am Montag, dem 8. September 2008, um 19.30 Uhr berichten, danach ist ein Ausstellungsrundgang möglich.

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09. April 2020

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