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Bluesfest in Eutin
Lage von Eutin und Süsel in Deutschland

Happy City - Weiterentwicklung durch Gestaltung

Die Stadt Eutin und die Lebenshilfe haben gemeinsam zur Auftaktveranstaltung "Happy City" eingeladen. Mehr dazu hier:

Mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept und der Landesgartenschau hat sich die Stadt Eutin auf einen spannenden Weg begeben. Die Stadt steckt mittendrin in der größten Sanierungsmaßnahme ihrer jüngeren Geschichte. An vielen Orten in der Stadt wird zurzeit gebaut, und die Veränderungen und Erfolge werden immer sichtbarer.

Jetzt gilt es diese Prozesse zu verknüpfen und Netzwerke zu festigen. Gemeinsam mit der Lebenshilfe Ostholstein hat die Stadt Eutin die Veranstaltung „Happy City – Weiterentwicklung durch Gestaltung“ durchgeführt. Am 21. November trafen sich etwa 70 Fachleute, Vertreter aus Vereinen und Verbänden aus dem gesamten Kreis Ostholstein und Bürgerinnen und Bürger zum gemeinsamen Austausch. Ziel des damit eingeleiteten Prozesses „Happy City“ ist es, Eutin erlebbar für alle zu machen, Bewegungsfreiheit und Lebensqualität zu optimieren und Prozesse für eine lebendige Stadt nachhaltig zu verankern.

Nach der Begrüßung durch Ostholsteins Landrat Reinhard Sager und Eutins Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz führte Bernd Rubelt, Fachbereichsleiter Bauen, in das Thema ein. Danach folgte ein Grundlagenvortrag von Stadtplanerin SRL, Dipl. Ing. Angelika Schlansky, über Aufenthaltsqualität und Bewegungsfreiheit. Den Auszug finden Sie auch bei uns im Netz unter der Rubrik „Happy City“.

Im Anschluss konnten die Teilnehmer verschiedene parallel laufende Workshops besuchen. Die Themen: Workshop 1 „Barrierefreiheit und Bürgerbeteiligung als „Zutaten“ für Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum“ mit Lena Middendorf, Projektkoordinatorin „Ostholstein erlebbar für alle“; Workshop 2 „Vom Rathauseingang zum inklusiven Spielplatz: Barrierefreiheit – ein Spannungsfeld der planerischen Praxis“ mit Landschaftsarchitektin Urte Schlie, MA Urban Design; Workshop 3 „Entwicklung von Fußwegeachsen und Kinderwegekonzept – Praxisbeispiele aus Kiel“ mit Angelika Schlansky, Dipl. Ing., Stadtplanerin SRL und Workshop 4 „Bad Schwartau wird aus der Mitte heraus barrierefrei“, Axel Kreutzfeldt, architektur ohne barrieren.


Insgesamt lieferte der Workshop viele Anregungen und Beispiele für eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Stadtplanerin Angelika Schlansky sprach sich für eine fußgängerfreundliche Innenstadt z. B. ohne Werbeaufsteller aus. Lena Middendorf von der Lebenshilfe plädierte beim Thema Barrierefreiheit dafür, stets Experten in eigener Sache zu beteiligen.

Vortrag: Aufenthaltsqualität und Bewegungsfreiheit

Kurzfassung:

Der Fußgängerverkehr wurde bisher bei der Stadt- und Verkehrsplanung kaum berücksichtigt. Alle Menschen zu Fuß und insbesondere Menschen im Rollstuhl oder mit Kinderwagen müssen sich jedoch bequem und sicher in der Stadt fortbewegen können. Wohnungen werden heute mehr nach „Lage“ ausgesucht als nach Ausstattung mit Balkon usw. Kurze Wege zum Bäcker, zum Kindergarten, zur Apotheke, zum Kino und zum Restaurant sind angesagt und müssen barrierefrei nutzbar sein.

Es gibt im Prinzip keinen geeigneteren Raum für Inklusion und Integration als die Straßen und Plätze einer Stadt. Der tägliche Umgang miteinander fördert Vertrauen und Rücksichtnahme. Diese Tugenden sollten fester Bestandteil unserer Kultur sein, ohne die eine Gesellschaft nicht funktioniert. Eine entsprechende Gestaltung des öffentlichen Raumes, ein „Design für alle“ kann das befördern.

Der Marktplatz in Eutin ist ein gutes Beispiel dafür, was Fußgänger brauchen: Aufenthalts-qualität und Bewegungsfreiheit. Alle Marktplätze dieser Welt haben diese Qualitäten. Schließlich war ja beabsichtigt, dass sich die Menschen hier gerne aufhalten und auch gerne einkaufen.

Nicht alle Straßen und Plätze können in dieser Weise fußgängerfreundlich gestaltet werden, aber es sollte zumindest ein Netz solcher Straßen geben, das die ganze Stadt überzieht. Die Laufkundschaft nutzt auch dem Einzelhandel und der Gastronomie.
Die Menge der Fußgänger ist ein Indikator für die Qualität der Stadträume.

Gestaltung braucht Platz. Radverkehr und Busverkehr sind platzsparender als der motorisierte Individualverkehr (MIV) und sind deshalb bevorzugt zu fördern.

Ein Perspektivenwechsel ist angesagt, weg von dem Anspruch, dass die Flächen der Stadt in erster Linie dem Parken und Fahren zu dienen haben, hin zu dem langfristigen Ziel, sie für das Gehen und Sich-Aufhalten umzugestalten. Kopenhagen ist ein gutes Beispiel dafür, wie das gelingen kann. Kopenhagen ist heute die beliebteste Stadt der Welt. Eutin nimmt die Landesgartenschau, die Altstadtsanierung und die Beteiligung am Bündnis „Ostholstein – erlebbar für alle“ zum Anlass, Schritt für Schritt die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum zu erhöhen.